Geschichte

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Kurzfassung

Die Hapag-Lloyd AG ging am 1. September 1970 aus der Fusion zweier Reedereien hervor: der Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag; Hamburg-Amerika Linie) und dem Norddeutschen Lloyd (NDL).

Beide Gesellschaften blickten damals bereits auf eine große Tradition zurück: Sie wurden 1847 in Hamburg bzw. 1857 in Bremen von örtlichen Kaufleuten gegründet. Zunächst beförderten sie hauptsächlich europäische Auswanderer nach Amerika. Von den frühesten Tagen an verband beide Unternehmen ein besonderes Verhältnis, das sowohl von einem gesunden Konkurrenzdenken als auch von zahlreichen pragmatischen Kooperationen geprägt war.

Kurz vor der Jahrhundertwende stieg die Hapag unter ihrem Direktor Albert Ballin (1857-1918) zur Schifffahrtsgesellschaft mit der weltweit größten Tonnage auf, während sich der Norddeutsche Lloyd zur Reederei mit den höchsten Passagierzahlen entwickelte. Ballin setzte damals verstärkt auf das Frachtgeschäft und gilt als Erfinder der Kreuzfahrt.

Beide Reedereien verloren durch den Ersten Weltkrieg ihre Flotten und weltumspannenden Liniennetze, jedoch gelang ihnen in den 1920er Jahren durch Kooperationen mit internationalen Partnern ein rascher Wiederaufbau. Nachdem die Belastungen der Weltwirtschaftskrise überstanden waren, führte der Zweite Weltkrieg erneut zum Verlust der Seeschiffe und Marktpositionen.

Den Wiedereintritt in die Linienschifffahrt ab 1950 unternahmen Hapag und Norddeutscher Lloyd größtenteils in Form gemeinschaftlich betriebener Dienste. Als in den 1960er Jahren der Containerverkehr rasant anwuchs und hohe Investitionen in neue Schiffe und Container erforderte, bündelten die hanseatischen Traditionsunternehmen ihre Kräfte 1970 durch eine Fusion.

2005 übernahm Hapag-Lloyd die britisch-kanadische Containerreederei CP Ships und gehört seitdem zu den führenden Linienreedereien der Welt.

Im Oktober 2008 verkaufte die TUI AG die Mehrheit (56,67 Prozent der Anteile) an Hapag-Lloyd an das Albert-Ballin-Konsortium bestehend aus der Stadt Hamburg, Kühne Holding AG, Signal Iduna, HSH Nordbank, M.M.Warburg Bank und HanseMerkur. Die restlichen Anteile verblieben bei der TUI.