Geschichte

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Siegeszug des Containers

1971

Hapag und Lloyd waren zum Zeitpunkt ihrer Fusion nahezu gleich groß. Die neue Hapag-Lloyd AG gehört nun mit mehr als 10.000 Beschäftigten, 112 Seeschiffen und einem Umsatz von über einer Milliarde DM zur internationalen Spitzengruppe der Linienreedereien. Mit dem 25.000 Quadratmeter großen Schuppen 73 im Kaiser-Wilhelm Hafen nimmt sie ihre erste eigene Container-Umschlaganlage in Betrieb.

1972

Die "Bremen" ist verkauft und wird den neuen Eignern übergeben. Im Vorjahr hat sie die Linienschifffahrt von Europa in die Neue Welt, der Hapag und Lloyd Gründung und Aufstieg verdanken, abgeschlossen: Im Dezember 1971 ist mit ihr zum letzten Mal eine "Bremen" im Passagier-Liniendienst aus New York ausgelaufen, 113 Jahre, nachdem der erste Lloyd-Dampfer dieses Namens erstmals auf dieser Route fuhr.

1973

Am 30. März startet ein Flugzeug mit dem Doppelpfeil der Hapag-Lloyd AG nach Ibiza. Es ist die erste Maschine der neuen Hapag-Lloyd Flug GmbH, mit der der Konzern sein Engagement im Tourismus weiter ausbaut. Die "Europa" trägt als Kreuzfahrtschiff die Konzernfarben Blau und Cognac. Im neuen schneeweißen Kleid, aber mit bewährtem Spitzenservice an Bord, ist sie vielgeliebte "Grand Old Lady" des Seetourismus.

1974

Langfristiger Kooperationsvertrag mit der Rickmers-Linie, mit der gemeinsam Hapag-Lloyd die China-Fahrt wieder aufnimmt. Der Konzern hält zunächst 70 Prozent an der Reederei, die bis dahin im Familienbesitz war. Die deutschen Hafenbetriebe werden umstrukturiert, die Unikai Lagerei- und Speditionsgesellschaft gegründet. Zwei Mehrzweck-Versorgungsschiffe sollen den Einstieg ins Offshore-Geschäft vorbereiten.

1975

Der Hamburger Hafen feiert: Die "Münsterland" kehrt endlich heim, nach einer unfreiwilligen Rekordreise von acht Jahren, drei Monaten und fünf Tagen. 1967, während des Sechstagekrieges zwischen Israel und Ägypten, war der Hapag-Frachter zwischen die Fronten geraten und zusammen mit 13 anderen Schiffen aus acht Nationen jahrelang auf dem Großen Bittersee im gesperrten Suezkanal festgehalten worden.

1976

Das Schifffahrtsgeschäft wird internationalisiert, im Ausland werden in diesem Jahrzehnt mehrere Tochtergesellschaften gegründet. Die Unterweser Frachtschiffahrt GmbH heißt nun "Kosmos" Bulkschiffahrt GmbH, Sitz Bremen, nach der DDG "Kosmos", die 1926 mit der Hapag fusionierte. Die neue "Kosmos" bereedert das Flaggschiff der deutschen Handelsflotte, den 188.668 BRT großen Hapag-Lloyd-Supertaker "Bonn".

1977

Das Vollcontainerschiff "Melbourne Express" eröffnet für den europäischen Schifffahrtslinienpool ANZECS den Liniendienst Europa - Australien/Neuseeland. Hapag-Lloyd bereedert für die Gesellschaft für Kernernergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt (GKSS) den nuklear angetriebenen Massengutfrachter "Otto Hahn", der sich als unwirtschaftlich erweist. Hapag-Lloyd Flug übernimmt die Bavaria Germanair.

1978

Am 12. Dezember gegen drei Uhr früh funkt der Hapag-Lloyd-Lash-Frachter "München", auf der Reise von Bremerhaven nach Savannah, in einem Unwetter bei den Azoren kurz S.O.S. Dann bleibt das große, moderne Schiff verschwunden. Die aufwändigste Rettungsaktion der Seefahrtsgeschichte erbringt nur wenige Trümmer und keine Spur der 28 Menschen an Bord. Vermutete Unglücksursache: Seeschlag.

1979

Ein zweiter Ölpreisschock, schwerer als der von 1973, und Überkapazitäten in der internationalen Schifffahrt bringen Hapag-Lloyd zur See und in der Luft gleichermaßen in Bedrängnis. Erstmals seit der Fusion zahlt der Konzern keine Dividende. Das Unternehmen erwirbt zunächst maßgebliche Geschäftsanteile an der Pracht Spedition und Logistik GmbH in Haiger und übernimmt sie bis 1986 komplett.

1980

Die stark gestiegenen Treibstoffpreise wirken sich besonders auf die Fluggesellschaft verheerend aus, die mit der Bavaria Germanair viele ältere Maschinen mit zu hohem Treibstoffverbrauch übernommen hat. Hapag-Lloyd Flug stürzt in ein tiefes Minus. Die traditionsreiche Bremer DGG Hansa hat Probleme, Hapag-Lloyd übernimmt ihre Dienste nach dem Nahen und Mittleren Osten sowie Madagaskar/Mauritius.

1981

Wegen der steigenden Treibstoffpreise wird aus den vier Ostasien-Containerschiffen der "Hamburg Express"-Klasse jeweils eine Turbine entfernt. Sie fahren nun als Einschrauben-Schiffe. Eine Legende muss gehen: Die "Europa", 1952 als schwedische "Kungsholm" vom Stapel gelaufen, war einer der letzten Nordatlantik-Liner des Lloyd, danach das Hapag-Lloyd Spitzenschiff für Kreuzfahrten. Nun wird sie nach Panama verkauft.

1982

Der Konzern wird reorganisiert und gestrafft. Das Unternehmen konzentriert sich wieder auf die Kerngeschäfte Linienschifffahrt und Touristik. Passend dazu zeigt auf den Kreuzfahrtrouten ein spektakulärer, 33.819 BRT großer Neubau mit dem Traditionsnamen "Europa" erstmals Flagge. Es ist ein Fünf-Sterne-Traumschiff der Luxusklasse. Hapag-Lloyd bereedert auch das deutsche Polarforschungs- und Versorgungsschiff "Polarstern".

1983

Ende des Engagements in der Tank- und Massengutschifffahrt: Mehrzweckschiffe werden verkauft, Tanker-Bereederung aufgegeben, der eigene Supertanker "Bonn" zuletzt in Brunei aufgelegt. Großaktionäre wie Deutsche und Dresdner Bank und die Versicherungsgesellschaft Veritas retten Hapag-Lloyd mit 350 Millionen DM aus der tiefen Krise. Das traditionsreiche Verwaltungsgebäude am Ballindamm wird an die Iduna verkauft.

1984

Nach Sanierung und darauffolgendem doppeltem Kapitalschnitt beträgt der Anteil der freien Aktionäre am Hapag-Lloyd Konzern nur noch gut zehn Prozent. Hauptaktionäre sind nun, mit zusammen 80 Prozent, Deutsche und Dresdner Bank. Der Versicherungskonzern Veritas, bestehend aus Allianz und Münchner Rück, hält zehn Prozent der Anteile. Der Supertanker "Bonn", Verlustbringer von Anfang an, wird zum Schleuderpreis verkauft.

1985

Es geht schnell wieder aufwärts. Bei Blohm & Voss in Hamburg werden mit "Nürnberg Express", "Köln Express", "Düsseldorf Express" und "Stuttgart Express" vier Containerschiffe umgebaut und verlängert. Das Ende des eigenen Werftbetriebes ist dagegen absehbar: Hapag-Lloyd hat die Lloydwerft 1984 an die Bremer Vulkan AG übertragen und ist dafür mit 12 Prozent am Vulkan-Kapital beteiligt worden.

1986

Hapag-Lloyd zahlt wieder Dividende und verkauft die Beteiligung am Bremer Vulkan. Damit endet ein Kapitel Konzerngeschichte, das bis auf die Anfangszeiten des Lloyd zurückgeht. Als dessen technischer Betrieb wurde die Werft gegründet und erwarb sich später am Markt ein Renommee für Reparatur und Umbau großer Schiffe. Die letzten Hapag-Lloyd-Anteile gehen an die staatlich-bremische Beteiligungsholding Hibeg.

1987

Wieder im eigenen Haus: Hapag-Lloyd erwirbt das Verwaltungsgebäude am Ballindamm 25 zurück. Die Sandsteinfassade des 1921 vollendeten Baus von Fritz Höger wird gereinigt und restauriert. Neues Outfit auch für die Frachtflotte, die noch unter der Kombination von dreifarbigem Hapag-Schornstein und blauweißer Lloyd-Schlüsselflagge fuhr. Sie trägt fortan einheitlich Flagge und Schornsteinmarke in den neuen Konzernfarben.

1988

Die Rickmers-Linie, 1866 gegründet und einer der Pioniere im Asiengeschäft, ist nach Übernahme der restlichen Anteile nun hundertprozentige Tochtergesellschaft der Hapag-Lloyd AG. Sie ergänzt die Hapag-Lloyd Containerdienste durch konventionelle Mehrzweck-Frachtschiffe, spezialisiert auf Stückgut- und Projekt-Transporte. Zusätzlich unterhält sie regionale Zubringerdienste zwischen China und Hongkong.

1989

Hapag-Lloyd verkauft seine Unikai-Anteile an die staatliche Hamburger Hafen- und Lagerhaus-Aktiengesellschaft (HHLA). Erstmals seit den Frühzeiten der Hapag besitzt die Reederei damit keine eigenen Hafenanlagen in Hamburg mehr. Die Contrans Logistik GmbH mit 36.000 Containern wird übernommen und in den Konzern integriert, der damit über 80.000 eigene Container verfügt.

1990

Hapag-Lloyd Flug startet mit neuen Langstreckenmaschinen in die Ferntouristik, erste Ziele sind Kenia und Karibik. Die Reederei hat bei einer südkoreanischen Werft fünf neue Großcontainerschiffe mit einer Tragfähigkeit von je 4.400 TEU bestellt. Als sogenannte Panmax-Schiffe können sie den Panamakanal noch passieren und damit weltweit flexibel eingesetzt werden.

1991

Mit der "Hannover Express" kommt der erste von später insgesamt acht Containerschiffsriesen der neuen Generation auf der "Rennstrecke" nach Ostasien in Fahrt. Dennoch schwanken die Ergebnisse der Linienschifffahrt in diese Region. Das TRIO-Konsortium, in dem bis dahin die Anteile an diesem Fahrtgebiet aufgeteilt waren, wird nicht verlängert. Nur Hapag-Lloyd und drei japanische Reedereien bleiben befristet im Ostasien-Verbund.

1992

Globale Partnerschaft: Hapag-Lloyd, die japanische Nippon Yusen Kaisha (NYK) und die Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur beschließen Kooperation im Containergeschäft. Hapag-Lloyd-Container werden fortan im Transpazifikdienst von NYK und NOL "huckepack" mitbefördert. Im Gegenzug bekommen die asiatischen Partner Container-Stellplätze auf Hapag-Lloyd Frachtern für die Nordatlantik-Route.

1993

Die Linienschifffahrt des Hapag-Lloyd Konzerns wird dezentralisiert. Sie ist nun in die Regionen Europa, Amerika und Asien/Australien aufgeteilt, die selbst für ihre Ergebnisse verantwortlich sind. Die zentralen Frachtabteilungen werden aufgelöst. Wachwechsel am Ballindamm: Der langjährige Vorstandssprecher Hans Jakob Kruse wechselt in den Aufsichtsrat. Bernd Wrede trägt nun als Vorstandsvorsitzender die Hauptverantwortung.

1994

Als erstes Transportunternehmen erhält Hapag-Lloyd das Zertifikat ISO 9002 für herausragendes Qualitätsmanagement. Nach Ende des ANZECS-Konsortiums beteiligt sich die Reederei an einem neuen Gemeinschaftsdienst Australien/Neuseeland. Die Schleppschifffahrtsfirmen Lütgens & Reimers (Hamburg) und Hapag-Lloyd Transport & Service GmbH (Bremen), welche auch das Forschungsschiff "Polarstern" bereedert, werden verkauft.

1995

Gründung von Hapag-Lloyd China Ltd. mit neun Büros in Hongkong und China. Weltweit werden in den neunziger Jahren eigene Niederlassungen gegründet und Agenturen übernommen. Die "Europa" erhält früher als gesetzlich gefordert das Zertifikat für Schiffssicherheit und Umweltschutz nach dem ISM Code. Das gecharterte Kreuzfahrtschiff "Bremen" wird angekauft. Auch HL Flug, Kreuzfahrten und das Reisebüro bekommen das begehrte ISO 9002-Zertifikat.

1996

Das weltweit größte Konsortium von Linienschifffahrts-Gesellschaften, die "Grand Alliance", nimmt seine Dienste auf; zu den bereits im Verbund arbeitenden Partnern Hapag-Lloyd, NYK und NOL sind die britischen P&O Container Lines hinzugestoßen. Mit einer Flottenkapazität von rund 400.000 TEU befördert sie in diesem Jahr rund 3,8 Millionen TEU. Nicht nur auf See, auch an Land will die Allianz eng zusammenarbeiten.

1997

150 Jahre Hapag-Lloyd. Das Hamburger Hauptverwaltungsgebäude erhält den Namen "Ballin-Haus", die Hapag-Lloyd Stiftung wird gegründet. Sie fördert in langfristigen Partnerschaften Kunst und Kultur vorrangig in Hamburg. Die Linienschifffahrt wird als Hapag-Lloyd Container Linie GmbH selbständig, Hapag-Lloyd übernimmt die Hanseatic Tours und fasst alle Kreuzfahrt-Aktivitäten unter Hapag-Lloyd Seetouristik zusammen.

1998

Nach Zustimmung des Kartellamtes erwirbt die Preussag AG rückwirkend zum 1. Oktober 1997 eine Mehrheitsbeteiligung an der Hapag-Lloyd AG. Die neue Preussag-Tochter übernimmt in zwei Schritten mit 50,1 Prozent die Mehrheit an der Touristik Union International (TUI). Die Zwischenholding Hapag-Lloyd Touristik Union International (HTU) bündelt unter dem Dach der Hapag-Lloyd AG sämtliche Touristik-Aktivitäten.

1999

Der Hapag-Lloyd Konzern wird neu geordnet. Das Tourismusgeschäft der HTU, inklusive Hapag-Lloyd Flug, wird der Preussag direkt zugeordnet und in die TUI Group GmbH umfirmiert. Hapag-Lloyd Container Linie, Hapag-Lloyd Kreuzfahrten und die 1979 erworbene Spedition Pracht bleiben in Hamburg. Dazu werden Hapag-Lloyd von der TUI die Logistik-Unternehmen VTG-Lehnkering und Algeco übertragen.

2000

Hapag-Lloyd erreicht das beste Ergebnis in 153 Jahren Unternehmensgeschichte. Mit einer Konzern-Umsatzrendite von sieben Prozent wird ein Spitzenwert in der Transport- und Logistikbranche erreicht. Die letzten Anteile an der Rickmers-Linie werden verkauft. Damit endet eine geschäftliche Partnerschaft, deren Anfänge über ein Jahrhundert zurückreichen.

2001

Die "Hamburg Express", erstes von vier Containerschiffen mit 7.500 TEU, wird in Dienst gestellt. Die maritimen Dienstleistungen der VTG-Lehnkering werden verkauft. Hapag-Lloyd beteiligt sich mit einem Anteil von 25,1 Prozent am Container Terminal Altenwerder (CTA) in Hamburg, einer der weltweit modernsten Anlagen. Zum Jahresende verlässt Vorstandsvorsitzender Bernd Wrede das Unternehmen; sein Nachfolger wird Michael Behrendt.

2002

Auf der Hapag-Lloyd-Hauptversammlung im Juni wird das Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre beschlossen. Unmittelbar danach ändert die Preussag, nun Alleinaktionär der Hapag-Lloyd AG, ihren Namen in TUI. Hapag-Lloyd und VTG-Lehnkering übernehmen die europäischen Schienenlogistik-Aktivitäten der australischen Brambles-Gruppe. Die Hauptversammlung der VTG-Lehnkering stimmt der Übernahme der Aktien durch Hapag-Lloyd zu.

2003

Am CTA in Hamburg wird die "Berlin Express" getauft, der letzte Neubau der 7.500-TEU-Serie. Hapag-Lloyd bestellt nun drei größere Schiffe von je 8.000 TEU Kapazität. Der Germanische Lloyd hat die Flotte nach den ISO-Normen 9001 für Qualität und 14001 für Umweltschutz zertifiziert und ihr damit allerhöchste internationale Standards bescheinigt.

2004

Hapag-Lloyd erzielt mit einem operativen Ergebnis von 343 Millionen Euro ein neues Rekordresultat. Der Aufsichtsrat der TUI beschließt zunächst, einen Teil des Unternehmens an die Börse zu bringen, macht die Entscheidung aber rückgängig, weil der zu erzielende Emissionswert dem Unternehmenswert nicht gerecht würde. Hapag-Lloyd wird auf die Schifffahrt fokussiert, die Logistik-Aktivitäten VTG, Pracht und Algeco abgegeben.

2005

Neuer Rekord: Hapag-Lloyd erzielt einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Ertragssteuern von 278 Millionen Euro. 95 Prozent der Erträge stammen aus der Containerschifffahrt, der Rest aus dem Kreuzfahrtgeschäft. Ausbildung hat für das Unternehmen weiterhin hohe Priorität, insgesamt verfügt es über 160 Ausbildungsplätze. Die TUI übernimmt 89,5% der britisch-kanadischen Reederei CP Ships.

2006

Nach der Integration von CP Ships ist Hapag-Lloyd fünftgrößte Container-Reederei der Welt: 8.571 Mitarbeiter in der Schifffahrt, eine Flotte von 138 Frachtern mit einer Gesamtkapazität von 467.000 TEU, die 5.004.000 TEU befördert. Mit der "Chicago Express" stellt die Reederei ihr zweites hochmodernes Ausbildungsschiff in Dienst, eines der weltgrößten, auf dem neben der Crew 15 Auszubildende und zwei Ausbildungsoffiziere fahren.

2007

Die transportierten Containermengen steigen gegenüber dem Vorjahr auf knapp 5,5 Millionen TEU, der Umsatz beträgt mehr als 6,2 Milliarden Euro. Hapag-Lloyd bestellt acht weitere Neubauten mit jeweils 8.750 TEU. Der Germanische Lloyd verleiht dem Unternehmen als erster Linienreederei weltweit das Prädikat "GL Excellence - 5 Stars" für besonders hohe Standards bei Sicherheit, Qualität, Arbeits- und Umweltschutz.

2008

Mit der "Bremen Express" und der "Kuala Lumpur Express" tauft Hapag-Lloyd im März und April zwei weitere 8.750-TEU-Containerschiffe. Im März fällt die Entscheidung bei der TUI, Hapag-Lloyd zum Verkauf zu stellen. Nach einem Bieterverfahren steht am 12. Oktober fest, dass das Albert-Ballin-Konsortium aus der Stadt Hamburg, Kühne Holding AG, Signal Iduna, HSH Nordbank, M.M.Warburg Bank sowie HanseMerkur die Mehrheit der Anteile an Hapag-Lloyd übernehmen wird. Die restlichen Anteile verbleiben bei der TUI.

2009

Am 23. März übernimmt das Hamburger Konsortium 56,67 Prozent der Anteile an Hapag-Lloyd, 43,33 Prozent bleiben bei der TUI. Das Jahr wird von der Weltwirtschaftskrise überschattet, Umsatz und Ergebnis sinken stark. Ein umfassendes Sparprogramm wird umgesetzt, verschiedene Kapitalmaßnahmen der Anteilseigner verbessern zudem die Kapitalausstattung der Reederei. Die Stadt Hamburg und die Bundesregierung stellen eine Kreditbürgschaft bereit, die 2009 jedoch nicht in Anspruch genommen werden muss, da sich in der zweiten Jahreshälfte das Marktumfeld zunehmend stabilisiert.

2010

Mit dem tiefgreifenden Sparprogramm, das unter anderem den Verzicht aller Mitarbeiter auf Gehaltsanteile umfasst, und der raschen Erholung der Weltwirtschaft steuert Hapag-Lloyd aus der Krise. Das zweite Quartal wird bereits mit dem besten Ergebnis in der über 160-jährigen Firmengeschichte abgeschlossen. Hapag-Lloyd bestellt im Dezember vier Containerschiffe mit jeweils 13.200 TEU und wandelt sechs Anfang 2008 bestellte Neubauten ebenfalls in 13.200-TEU-Schiffe um. Die zehn Einheiten sollen Mitte 2012 bis Ende 2013 abgeliefert werden. Zudem wird das Ballin-Haus von der TUI zurück erworben. Zum Jahresende erhöht sich der Anteil der TUI an Hapag-Lloyd auf 49,88 Prozent, das Hamburger Konsortium hält 50,12 Prozent.